Das schottische Wetter bekommt, zu unrecht, ziemlich viel Prügel. Es ist wesentlich besser als sein Ruf und prägt Vieles was wir an Schottland mögen.
Das schottische Klima ist moderat und ozeanisch und, was zur Unterhaltung beiträgt, sehr wechselhaft. Der atlantische Golfstrom wärmt das Land auf und gibt Schottland trotz seiner nördlichen Lage ein wesentlich milderes Klima als vergleichbar nördliche Länder (z. B. Oslo, Norwegen). Eisberge, wie sie an der Küste Labradors (Canada), auftauchen sind in schottischen Gewässern undenkbar.
Die Sonne steht in einem regelmäßigen Wettbewerb mit den Wolken, die genauso zum schottischen Himmel gehören. Das hängt mit der bergigen Landschaft sowie den Tiefdrucksystemen des Atlantiks im Westen und Norden zusammen. Trotzdem scheint in Angus, Fife, Lothians, Ayrshire sowie Dumfries und Galloway die Sonne durschnittlich über 1400 Stunden im Jahr.
Die sonnigsten Monate sind Mai und Juni. Zwar ist es auch hier durchgängig bewölkt und sonnig im Wechsel, nur sind die Tag ausnehmend lang, was die Dauer der gezählten Sonnenstunden nach oben schnellen lässt. Am längsten Tag wird es im Norden Schottlands nicht ganz dunkel. In Lerwick auf den Shetland Inseln sind die Tage im Hochsommer ca. 4 Stunden länger als in London.
Das schottische Wetter bekommt, zu unrecht, dauernd Prügel. Es ist nämlich so viel besser als sein Ruf. Die Niederschlagsmenge hängt von der jeweiligen Region ab. In den westlichen Highlands regnet es 3,000 mm im Jahr, in Regionen an der Ostküste weniger als 800 mm in Jahr. In manchen Orten an der Ostküste regnet es weniger als in Rom. Normalerweise fällt in den meisten Regionen der Highlands messbarer Regen (mehr als 0,2 mm) an 250 Tagen pro Jahr. Diese Zahl klingt bedendklich, wird aber relativiert, wenn man bedenkt wie schnell das Wetter in Schottland wechselt. Es regnet also auch nie wirklich lang. In den Küstenregionen von Angus, Fife und East Lothian (alle an der Ostküste gelegen) regnet es durschnittlich an 175 Tagen pro Jahr. In den Niederschlagsmengen ist Schneefall mit eingerechnet.
Durchschnittlicher Regenfall von 1961 bis 1990 in mm (Quelle www.metoffice.gov.uk)
Die Highlands sind erwartungsgemäß Spitze in Sachen Schnellfall Schottland-weit verglichen. Durchschnittlich schneit es (inclusive Schneeregen) an der Westküste an 20 Tagen. In den Cairngorms und anderen höheren Lagen fällt Schnee an durschnittlich 100 Tagen im Jahr.
Auf Meereshöhe bleibt Schnee vor November oder nach April kaum liegen. Die tieferen Lagen der westlichen Inseln und den meisten Küstenregionen sind meist weniger als 10 Tagen im Jahr mit Schnee bedeckt. Ein schneebedecktes Edinburgh ist zwar sehr romantisch, aber die absolute Ausnahme. An der nördlichen und nord-östlichen Küsteregionen kann sich diese Zahl auf 15 bis 25 Tage erhöhen. Höhere Berge sind bis zu 50 Tage im Jahr mit Schnee bedeckt.
Verkehrsbehinderungen durch Schnee sind in tieferen Lagen eher selten, wohingegen in den Highlands im Winter des öfteren Straßen schwer oder gar nicht passierbar sind. Schneeverwehungen sind vor allem in höheren Lagen keine Seltenheit.
Der Gipfel des Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands, ist 6 bis 7 Monate schneebedeckt.
So richtig krachen tut es 3 bis 9 Mal im Jahr, wiederum abhängig wo in Schottland man sich befindet. In den Highlands z. B. stürmt es durchschnittlich 6 Mal. Sollten Sie das seltene Glück haben sich mittendrin zu befinden, werden sie diese Erlebnis dann aber nicht so schnell vergessen. In England dagegen im Vergleich sind im Durchschnitt 9 bis 15 Stürme zu verzeichnen.
Die jährliche Lufttemperatur liegt im Durschnitt zwischen ca. 7 °C auf den sehr nördlich gelegenen Shetland Inseln bis 9 °C in Ayrshire sowie Dumfries und Galloway im Süd-Westen. Die Temperatur sinkt um ungefähr 0.6 °C pro 100 Meter mehr an Höhe. In Braemar (339 m über Meereshöhe) liegt die durschnittliche Jahrestemperatur bei 6.4 °C, währen es der Ben Nevis, der höchste Berg Schottlands mit 1344 m, auf der Spitze nur auf -0.3 °C bringt.
Die Sicht in Schottland ist normallerweise exzellent, da größtenteils frei von Industriegebieten und schwach besiedelt. Selbst in den stärker besiedelten Regionen Schottlands (um Edinburgh und Glasgow) ist die Sicht nicht von Smog beeinflusst. In Edinburgh z. B. liegt nur an 3% der Dezembertage die Sicht Mittags bei weniger als 1000m.
Wolken und Nebel können da schon eher im Weg sein. Vor allem niedrig hängende Wolken vermischen sich oftmals mit Nebel und lassen die umliegenden Gebäude oder Landschaften in unheimliche Nebelschleier verschwinden. Die Geister-Touren, die in Edinburgh und anderen Städten angeboten werden, bekommen dann noch mal eine ganz andere Qualität.
In den Bergen kann der Nebel jedoch nicht nur unheimlich sondern auch gefährlich werden. Vor allem in den westlichen Highlands.
Im Winter kann sich in den tiefer gelegenen Inlandregionen Bodennebel über Nacht bilden. Vor allem in klaren und windstillen Nächten.
See-Nebel, Haar genannt, von der Nordsee kommend, kann schon Mal einen eigentlich schönen Morgen etwas grau aussehen lassen. Betroffen sind hier vor allem die Ostküste und die nördlichen Inseln. See-Nebel tritt vor allem zwischen April und September auf.
Boden- und See-Nebel verschwinden aber im Laufe des Tages.
Hier bewahrt der nördliche Breitengrad Schottlands das Land vor übergroßer Hitze, was vor allem beim Wandern, Radfahren etc. sehr angenehm ist. Im Juli liegt die durschnittliche Temperatur in Glasgow zum Beispiel bei 19 °C. Juli und August sind normalerweise die wärmsten Monate des Jahres. In Meeresnähe ist es immer ein bisschen kühler. Die höchste Temperatur die jemals in Schottland gemessen wurde: 32.9 °C in Greycrook (Schottischen Grenze) am 9. August 2003.
Die Temperaturen auf den britischen Inseln hängen stark von der Temperatur der umliegenden Meere ab. Die Nordsee ist kälter als der Atlantik im Westen, weshalb es folgerichtig an der Ostküste kälter ist als an der Westküste.
Januar und Februar sind die kältesten Monate. Auf dem flachen Land wird es am Tag maximal 5 to 7 °C. Manchmal können die Temperaturen aber in windgeschützten Gegenden bis auf 15 °C klettern. Vor allem wenn ein feuchter süd oder süd-westlicher Luftstrom sich aufwärmt, nachdem er die Berge überquert hat. Ein ähnlicher, wenn auch nicht so dramatischer Effekt wie der Föhn in den Alpen..
Die kältesten Nächte sind bei schwachem Wind und klarem Himmel. Die niedrigsten Temperaturen werden im Inland gemessen, weg vom Temperatur regulierendem Einfluss des Meeres. Unter diesen Bedingungen wurde die niedrigste Temperatur Großbritanniens gemessen. Am 10. Januar 1982 machte das Thermometer in Braemer (Aberdeenshire) erst bei-27 °C halt. Bei Altnaharra in den Highlands wurde am 30 December 1995 die selbe Temperatur gemessen. An der Küste wird es jedoch nie so richtig kalt. Die niedrigste Temperatur auf den Shetlands war z. B. im Zeitraum von 1961 bis 1990 bei kläglichen -8 °C.
Sie spannen sich von Horizont zu Horizont und man kann Farben zählen. Sie teilen den Himmel in eine leuchtende und eine abgedunkelte Hälfte. Sie sind ein Geschenk des Himmels. Und Ursache heftiger Diskussionen: wer hat den schönsten Regenbogen gesehen?
Wärme verwöhnte Palmen gedeihen zugegebenermaßen nicht überall an der schottischen Küste. Aber sind auch keine Seltenheit.
Schnee ist an den Küsten Schottlands flüchtig, in den Highlands tägliche winterliche Normalität.
Da das Wetter ständig wechselt, regnet es auch ständig. Aber es scheint auch ständig die Sonne.