Edinburgh erkunden mit InsideCaledonia

Warum in Schottland mountainbiken?

Eine Expertenmeinung: Wetter, Whisky und wilde Trails

Mountainbiken in Schottland ist anders: Mücken, Regen und viel Wind? Nein!

Kilometerlange Traumtrails schlängeln sich in Pinienwälder. Land Rover Roads führen durch Schluchten und vorbei an abgelegenen Siedlungen. Tosende Wasserfälle und schäumende Küsten werden oberhalb der Stollen des Vorderreifens sichtbar. Atemberaubende Landschaften gleiten an einem vorbei. Man spürt, dass das Land nicht nur von Meer und Wetter, nein, auch von dessen herben Geschichte geformt ist.

Geradezu unzählige Möglichkeiten hat man als Mountainbiker in Schottland, das Highlight: Die ganze Insel oder eine Trans Highlands Tour im Norden. Für den Privilegierten, der sich dafür die Zeit genommen hat, ein bleibendes Erlebnis. Ganz anders als in den Alpen befährt man in Schottland alte Verbindungspfade, die schon den rebellischen Clans als unsichtbares Netzwerk zwischen Siedlungen und einsam gelegenen Cottages gedient haben. Heute nur noch selten genützt, sind sie ein Juwel für jeden, der den anderen Mountainbikesport liebt: „Lamb steak“, „ Scottisch trail riding“ und „Single Malt Whisky“!

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Highland Mountainbiking

Mittendrin im Land der Clans

Die Routen führen entlang Trails, die schon seit Jahrhunderten die schottischen Täler verbinden. Vorbei an Burgruinen und Schlachtfeldern, die tiefe Spuren in der schottischen Geschichte hinterlassen haben. Geschichte und vergangene Lebenskulturen eingebettet in einer der imposantesten und letzten wirklich unberührten Regionen Europas.

Mit dem Rad erspüren

Wie sich die Vielfältigkeit Amerikas mit dem Auto "erfahren" lässt, bietet Schottland diesen Wechsel selbst bei gemäßigter Geschwindigkeit auf dem Rad.

Von wildem Grün in Kraft strotzenden Wäldern, ockerfarbener steiniger Steppe, sanften sich wiegenden Hügeln, entlang an dunkel-glitzernden Seenplatten, auf langgezogenen Höhenkämmen, der Wechsel findet scheinbar übergangslos statt.

Die Nase beschäftigt ein volles Aroma aus Torf , Moor, Wald, Wasser und / oder Seewind. Am Himmel findet ein sich ständig neu formierendes Spiel von Licht und Schatten statt. Selbst bei Sonnenschein wird es immer eine größere Wolke geben, die der Wind so geschickt über die Sonnenstrahlen legt, dass sich Farben und Konturen eines Landstrichs komplett zu verändern scheinen. Dabei ist es nicht nur das Licht, sondern auch die Temparatur, die die Sinne beschäftigt. 4 Jahreszeiten an einem Tag sind keine Seltenheit. Das Zusammenwirken von Sonne und Regen führt dabei so einmalig oft zu tief eingefärbten Regenbögen, die sich scheinbar über ganze Täler und Berge strecken.

Die Tracks sind auf ihre eigene Art bis an die Aufnahmefähigkeit grenzend anspruchsvoll. Sie zeichnen sich nicht notwendig durch plane Steilheit aus, sondern durch Drehungen und Windungen, ständiges Auf und Ab auf unterschiedlichen Untergründen, der Landschaft folgend, in die Landschaft eingepasst. Wer in den Highlands unterwegs ist benutzt jahrhunderte alte Pfade, die schon zu Clanzeiten die Täler verbanden. Etwas moderner sind die von General Wade im 18.Jahrhunder angelegten Militärstraßen, damals von der britischen Regierung in Auftrag gegeben, um die rebellischen Highlander überwachen zu können.

Geschichte ist in den Highlands ständiger Begleiter. Vorbei an verfallenen oder nur verlassenen Cottages, Burgen, Friedhöfen, etc., Belege für die in den alten Tagen dichtere Besiedlung der Highlands finden sich überall. Wer sich mit dem Bike an diesen Zeugnissen vergangener Zeit vorbei arbeitet, kann sich fast nicht dagegen wehren, sein eigenen fantastischen Geschichten der vorhandenen Geschichte im Geist hinzufügen. Die sorgsam eingefügten Gedenksteine und Gedenktafeln, erinnernd an Schlachten, Verträge, Verfolgungen, Verrat und Zusammenhalt, tun ihr Übriges hinzu.

Das schottische Wetter - Auszug aus einem Mountainbike-Tourenbericht

Frühmorgens ging es bei strahlendem Sonnenschein los. Es war noch angenehm kühl und ein frischer Rückenwind schob uns tiefer in die Cairngorms. Ideale Bedingungen also für eine lange Tagesetappe durch den Cairngorms Naturpark. Nach ca. 4 Stunden sonnigem Fahren schlug in Minuten das Wetter um und wir fanden uns in einem windigen Mix von Schnee und Regen wieder. Es war mal wieder soweit. Kein Schimpfwort war passend genug, um das launische schottische Wetter treffend zu verfluchen. Warum? Warum gerade hier, warum gerade ich! Aber es hilft nichts. Fluchen und Weiter. Kurz vor Kingussie, dem Ziel der Etappe, schlägt die Sonne wieder durch die Wolkendecke und genauso schnell wie das schlechte Wetter auftauchte, verschwand es auch wieder. Nur der nasse Trail erinnert noch an den Schneeregen. Wo eben noch schwarze Wolken waren, spannt sich nun ein prächtiger Rebenbogen über das Tal. Es scheint als würde er den ganzen Horizont einnehmen und doch wirkt er zum Greifen nah. Fluch und Segen das schottische Wetter. Aber die Entschädigung für Ärgernis ist garantiert. Als wir kurze Zeit später im Pub sitzen und den Tag Revue passieren lassen, spricht niemand mehr über das schlechte Wetter, aber alle über das furiose Finale der Tour.

Neben, über und mittendrin im Wasser

Ein Netz von hunderten Flüssen und Wasserfällen zieht sich durch die schottischen Highlands. Bewegt man sich auf den Straßen, überquert man diese komfortabel. Fährt man auf wilden Wegen oder ganz ohne Weg, dann darf / muss man mittendurch. Manchmal auf dem Bike, manchmal watend, aber immer gut für die Durchblutung!

Erfrischende Einsamkeit

Wer braucht schon Karten oder GPS bei solchen Wegweisern?