
Schotten sind oftmals nicht so gut auf ihre südlichen Nachbarn zu sprechen. Dabei verdanken sie England doch ihr höchstes Gut. Die Highlands. Als vor rund 450 Millionen Jahren England mit Schottland zusammenstieß war die Kollisionsenergie so stark das sich im schottischen Hinterland die Highlands aufschoben. Wie eine Art kontinentaler Rammbock schob England weiter und weiter bis die Highlands auf Himalayahöhe wuchsen. Erosion über Millionen von Jahren hat die Highlands auf ihre jetzige Größe getrimmt. Kleiner, aber immer noch gigantisch beeindruckend. Vor allem wenn man bedenkt wie lange Ben Nevis und Co schon den Naturgewalten trotzen! Well done England!
Schottland liegt am nord-westlichen Rand Europas. Obwohl Schottland nur 5 Millionen Einwohner hat, nimmt es gut ein Drittel der Gesamtfläche von Groß Britannien ein.
Hier ist man nie weit vom Wasser weg. Eingerahmt im Norden und Westen vom Atlantik, im Osten von der Nordsee, durchzogen von 26 unbegradigten, teilweise gewaltigen Flüssen, bereichert mit tiefen ruppigen Seen (mindestens 526, Gesamtzahl aber letztendlich nicht sicher bekannt), hier Lochs genannt, und vom Himmel regelmäßig, aber nicht übermäßig, versorgt mit kurzen, gehaltvollen Regengüssen, Wasser ist überall.
Die einzige Landesgrenze mit dem allerseits geschätzten, aber vielleicht nicht unbedingt heiß geliebten Nachbarn England zieht sich über ca. 96km entlang der Cheviot Hills. Die Cheviot Hills sind außer Landesgrenze Namensgeber für eine hier sehr weit verbreitete Schafgattung.
Beginnend an der schottisch-englischen Grenze, wird diese Region oftmals die Highlands der Lowlands genannt. Wie in den Highlands finden Sie hier ebenso grüne, felsige und abwechslungsreiche Landschaften, jedoch milder in der Ausprägung und besser erschlossen als die nördlichen Highlands.
Zieht sich vom Firth of Forth im Osten bis Firth of Clyde im Westen (Firth = Förde, Meeresarm). Obwohl Tiefland auch nicht richtig flach und landschaftlich sicher nicht reizlos, finden Sie hier die beiden größten Städte Schottlands, Glasgow und Edinburgh. Generell ist das Tiefland für schottische Verhältnisse dicht besiedelt. Nur sind diese „Siedlungen“ nicht industriell-praktisch-glanzlos-kalt. Historisch angereichert und typisch schottisch hübsch und originell ausgestattet, können Sie ebenso begeistern wie die von Mutter Natur gespendeten optischen Reize.
Die Highlands and Islands stehen für dramatische Landschaften und eindrucksvolle Küsten. Hier findet man mit Ben Nevis (1343 m) den höchsten Berg Groß Britanniens. Alpen-Freunde sind vielleicht nicht beeindruckt von seiner Höhe, die zahlreich angezogenen Wanderer schwärmen aber über die ständig wechselnden Farben und Formen, luft- wie landseitig, und die Geschichten bereits bestandener oder die aktuell erlebten kleinen wie großen Abenteuer, die am Wegrand kostenlos und zuverlässig aufgesammelt werden können.
Die Highlands sind einer der letzten wirklich wilden und einsamen Regionen Europas. Das Hochland und die schottischen Inseln nehmen mehr als die Hälfte der Fläche Schottlands ein, sind aber fast vernachlässigbar dünn besiedelt.
Weiterer charakteristischer Bestandteil Schottlands, wenn auch nicht auf den ersten Eindruck fühlbar, sind dessen zahlreiche Inseln. 790 an der Zahl. Davon sind ca. 130 bewohnt. Die wichtigsten Inselgruppen sind die Inneren und Äußeren Hebriden an der Westküste sowie die Orkneys und Shetland Islands, die nordöstlich des Festlands liegen. Obwohl wirklich schottisch, sind diese Inseln kleine Länder im eh schon kleinen Land Schottland, mit ihrer eigenen Geschichte, eigenen Traditionen, eigenen Wertvorstellungen, aber immer freundlich bereit Reisende aufzunehmen, zu unterhalten und zu informieren. Die Inseln allein können den interessierten Gast für Jahre beschäftigen.